Das Glashaus ist der schönste Kultur- und Bildungsort weit und breit. Immer wieder staunen auswärtige Gäste über den lichtdurchfluteten Veranstaltungsraum mit seiner besonderen Atmosphäre und den zahlreichen Pflanzen.
Seit seiner Entstehung im Jahr 1994 ist das Glashaus weit mehr als nur ein Gebäude. Insbesondere die Kinder- und Jugendbibliothek sowie die Rotunde mit ihren Veranstaltungen sind wichtige Frequenzbringer für die Innenstadt.
Die Bürgerinnen und Bürger sind zu Recht stolz auf ihre Bibliothek im Glashaus. Sie hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und konnte dank des Engagements des Fördervereins insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendbibliothek immer wieder neue Akzente setzen – auch in Zeiten schwieriger Haushaltslagen.
Die Hertener SPD erinnert sich zudem gerne an das Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt, als das Informationsangebot im Foyer des Glashauses ein wichtiger Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt war.
Über Wochen und Monate haben ehrenamtliche Mitglieder des Fördervereins, Vertreterinnen und Vertreter der Lokalpolitik, die Verwaltung sowie externe Beraterinnen und Berater in einem Arbeitskreis intensiv an der Modernisierung der Bibliothek und ihrer Weiterentwicklung zu einem „Dritten Ort“ gearbeitet. Umso weniger nachvollziehbar war es für die Hertener SPD, warum aus einem „Dritten Ort“ plötzlich drei Orte werden sollten.
Noch weniger Verständnis bestand dafür, dass der Bürgermeister die Verlagerung der Bibliothek in die Hertener Höfe öffentlich ins Gespräch brachte, ohne dies zuvor im Arbeitskreis oder im zuständigen Ausschuss zu beraten. Die Vorstellung, für eine angemietete Fläche rund zwei Millionen Euro zu investieren und zusätzlich jährliche Mietkosten von etwa 230.000 Euro zu tragen, hält die Hertener SPD für nicht vertretbar und lehnt diesen Vorschlag ab.
Gleichzeitig war und ist es der Hertener SPD wichtig, die vorliegende Vorlage nicht pauschal abzulehnen und die Diskussion damit zu beenden.
Die Vorlage „Bibliothek – Glashaus – Lernstudio“ enthält zahlreiche Ansätze, die ausdrücklich begrüßt werden. Dazu gehören die Wiederbelebung des Glashausinnenhofs, die Wiederherstellung des ursprünglichen Raumeindrucks im Eingangsfoyer sowie die Öffnung der Balkone.
Auch die Einrichtung eines Lernortes für Jugendliche ist eine langjährige Forderung der Hertener SPD. Dafür bedarf es allerdings nicht in erster Linie einer Dachterrasse, wie sie auf den KI-generierten Visualisierungen dargestellt wird, sondern vor allem attraktiver Öffnungszeiten in den Abendstunden, an Wochenenden und in den Ferien.
Der Einzug des Kulturbüros in das Glashaus und die Einrichtung eines Informations- und Servicecenters im Foyer könnten an die positiven Erfahrungen aus dem Kulturhauptstadtjahr anknüpfen. Das Glashaus könnte dadurch noch stärker zu einer Informations- und Austauschbörse für Bürgerinnen und Bürger sowie zu einem zentralen Anlaufpunkt für Kulturschaffende werden. Auch die Einrichtung eines kommunalen Kinos im Untergeschoss wäre ein attraktives neues Angebot.
Wie andere Fraktionen sieht auch die Hertener SPD die Möglichkeit, die Fläche der Erwachsenenbibliothek zu reduzieren. Insbesondere die Ausleihe von Sachbüchern geht zurück, da viele Informationen heute digital verfügbar sind. Dadurch entstehen neue Gestaltungsspielräume.
Die Modernisierung der Bibliothek, die Steigerung der Aufenthaltsqualität – etwa durch ein Angebot von Getränken und Snacks – sowie die technische Sanierung insbesondere von Heizung, Lüftung und Verschattung müssen endlich angegangen werden.
Vor weiteren Entscheidungen fordert die Hertener SPD jedoch, wie auch der Förderverein, eine öffentliche Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger. Bevor über konkrete Veränderungen entschieden wird, sollten die Menschen die Möglichkeit erhalten, sich über die Zukunft ihres „Wohnzimmers“ zu informieren und ihre Vorstellungen einzubringen. Anschließend kann in den zuständigen Gremien darüber beraten werden, mit welcher Finanzierung und welchen kulturellen Angeboten die Bibliothek im Glashaus weiterentwickelt werden soll.
Der Weg zur heute vorliegenden geänderten Beschlussfassung war lang und nicht immer einfach. Auch die Hertener SPD räumt selbstkritisch ein, dass dieser Prozess nicht in allen Phasen ausreichend kommuniziert wurde. Dennoch lag nun ein Beschlussvorschlag vor, dem zugestimmt haben.
Besonders begrüßt wird die Feststellung:
„Der Verbleib der Bibliothek im Glashaus ist wünschenswert.“
Ebenso wird unterstützt, dass die Flächen der Bibliothek künftig am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet und gegenüber der heutigen Situation reduziert werden sollen.
Positiv bewertet wird zudem die Klarstellung, dass sich das Konzept auf maximal einen weiteren Standort beschränken soll und dem zu erarbeitenden Konzept konkrete Flächenlayouts beizufügen sind. Diese Konkretisierung hätte aus Sicht der Hertener SPD bereits in der ursprünglichen Vorlage enthalten sein müssen.
Die Hertener SPD wird die weitere Entwicklung eng begleiten. Eines steht dabei fest: Das Glashaus mit seiner Bibliothek war und ist – lange bevor der Begriff des „Dritten Ortes“ in Mode kam – ein Ort der Begegnung. Die Hertener SPD setzt sich dafür ein, dass das Glashaus auch künftig die erste Adresse für Bildung und Kultur in der Hertener Innenstadt bleibt.
